Führungskraft-Abrissbirnen – oder: 12 Leadership-Killer der feinsten Art

Zuerst habe ich mich gefragt, was ein Pastor über Führung und Leadership zu sagen hat. Aber nur kurz, denn Kirchen sind (auch nur) Organisationen. Mit Leitenden und Teams. Mit Menschen, Herausforderungen und unterschiedlichen Interessen.

Warum sollten wir nicht einmal in eine andere – und einigen von uns aus diesem Blickwinkel weniger vertraute – Branche blicken?

Der Pastor, von dem ich rede ist Ron Edmondson. Er war mehr als 20 Jahre in der „freien Wirtschaft“ unterwegs, die meiste zeit davon selbständig. Er bloggt, berät Kirchen und hat das Pfarramt sein mehr als 10 Jahren inne.

Und hier seine 12 Führungskraft-Abrissbirnen:

Die Abwehrhaltung:
Gute Führungskräfte wissen um die Bedeutung der Meinung anderer und anderer Meinungen. Und lassen sie zu.

Der Futterneid:
Eine gute Führungskraft freut sich über herausragende Team-Mitglieder, Mitarbeiter und ihre Leistungen (und kommuniziert sie).

Die Vergeltung:
Rache und Vergeltung (aus welcher Ursache auch immer) führt zu weiterer Rache und Vergeltung – zum Schaden für den und die Rächer und schließlich zum Schaden der Organisation.

Die Angst:
Eine gute Führungskraft hält an ihrem/seinem Glauben und seiner Vision fest und übernimmt Risiken. Auch wenn sie anfangs alleine da steht. Andere werden folgen.

Die Bevorzugung:
Niemand im Team wird bevorzugt; Ergebnisse werden honoriert, nicht die Lieblinge.

Der Undank:
Eine gute Führungspersönlichkeit wertschätzt ihr Team, das zu ihrem Erfolg beigetragen hat.

Die Kleingeistigkeit:
Wer gut führt, ist Visionär, Ideengeber und denkt über den Tellerrand hinaus.

Der Stolz:
Hochmut kommt vor dem Fall. Gute Führungskräfte zeigen Demut vor der Position, der Verantwortung und der Macht, die ihnen übertragen wurde und die sie sich erarbeitet haben.

Die Unnachgiebigkeit:
In Werten und Visionen unnachgiebig, jedoch offen für Veränderung und neue Ideen und mit der Gewissheit, dass man nahezu alles verbessern kann.

Die Faulheit:
Die Abneigung gegen (harte) Arbeit passt nicht zu einer guten Führungskraft. Sie sollte die engagierteste und am härtesten arbeitende Person im Team sein.

Die Unnahbarkeit:
Eine gute Führungskraft arbeitet nicht hinter verschlossenen Türen. Sie ist zugänglich und ansprechbar für ihre Mitarbeiter und deren Fragen, Sorgen und Anregungen; Kollaboration (im Sinne von Zusammenarbeit) steht über Kontrolle.

Die Unaufrichtigkeit:
Im Erfolg über alle Vorwürfe erhaben, im Misserfolg und bei Fehlern diese offen zugebend und einsichtig und hart an deren Beseitigung arbeitend. So sollte eine gute Führungskraft sein.

Nach Edmondson richten eine oder zwei dieser Birnen der Führungskraft noch keinen ernst zu nehmenden Schaden an. Ziel sollte es jedoch sein, ohne diese Killer unterwegs zu sein.

Was meinen Sie? Welchen Punkt würden Sie der Liste hinzufügen?

 

 

(Beitragsbild: Gratisography.com)

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