Recruiting – der Ton macht die Musik im schriftlichen Kontakt

„Hallo,“ oder „Sehr geehrte(r) Herr / Frau Mustermann“ oder am besten ganz ohne – und direkt losgelegt…

Ansprachen, die man von längst vergessen geglaubten Verwandten aus fernen Ländern erwartet, die einem die Hinterlassenschaft mehrstelliger Millionen-Beträge gegen Angabe der Bankverbindung ankündigen.

Ansprachen, die, weil sie nicht persönlich sind, eine ganze Menge an Potential verschwenden noch bevor es zu einem Kontakt mit dem Kandidaten kommt. Weil er oder sie hier schon aussteigt.

Die gute alte elektrische Post

Nicht wenige Kandidaten bevorzugen die Ansprache und Kontaktaufnahme per eMail gegenüber einem (meist unpassend terminierten) Anruf zur besten Arbeitszeit. Dieses Medium ist eine Chance, die wichtigsten Informationen des Anliegens und des Angebots zu kommunizieren und ebenfalls eine Chance die Neugier und damit die Responsequote zu erhöhen. Und darum sollte es in dieser Phase des Prozesses gehen, oder?

Wir alle haben immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen; deshalb muss der erste Eindruck sitzen. Sonst steigt Ihr Adressat nämlich schon nach der Ansprache aus – oder wegen der Betreffzeile gar nicht erst ein. Wessen Namen falsch geschrieben oder dem ein nicht zutreffendes Herr oder Frau angeboten wird, der liest bestimmt mit einem „Geschmäckle“ weiter.

Recherche und Aufmerksamkeit sind Deine Freunde

Gezielt ist Trumpf. Das heißt, dass das Jobangebot so gut wie möglich auf den Kandidaten / die Kandidatin passt. Wer an sachdienliche Informationen über den Kandidaten / die Kandidatin (zum Beispiel über Karriere-Portale oder -Netzwerke) kommt und diese zielführend einsetzt, ist klar im Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit eines „Fit“ dürfte entsprechend groß und das Interesse entsprechend hoch sein.

Obacht: Den Fit allein über einen Abgleich von Key- oder Buzzwords zu bewerkstelligen kann nach hinten losgehen. Wer einen Operations-Manager (w/m) sucht, sollte wissen, dass Operations im eCommerce etwas anderes bedeutet als in der IT. Ebenso verhält es sich mit dem Fulfillment. Branchenkenntnis schlägt hier den analytischen Datenabgleich um Längen.

Buntes Job-Allerlei

Der Fokus im Text sollte auf einer (in Zahlen: 1) konkreten Position liegen – mit informativer, jedoch weder unkonkreter noch ausufernder oder verwirrender Beschreibung. Eine unstrukturierte Auflistung aller Ihrer zu besetzenden Stellen ist konsequenterweise nicht ratsam.

Was übrigens eine gute Möglichkeit ist: Weisen Sie dezent auf eine ähnliche Vakanz in Ihrem Portfolio hin, sofern das zutreffend ist.

Der Ton macht die Musik, die Dosis entscheidet über Hopp oder Topp – weniger ist manchmal mehr.

 

(Beitragsbild: Gratisography.com)

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