Es kommt immer einer um die Ecke, der sagt: Sei doch mal realistisch. Oder: Das ist wirklich anders. Oder er oder sie kommt dann mit Objektivität und Logik um die Ecke. Das sind ja auch alles schöne Sachen, also die Logik und die Objektivität.

Logik

Logik hat ja irgendwas mit Verstand zu tun, mit Berechenbarkeit. Oder noch schlimmer: Mit Vernunft. Hand aufs Herz: Vernunft hat doch immer nur der- oder diejenige, wer meine Ansichten teilt, oder?

Was bedeutet denn zum Beispiel „ein vernünftiger Preis“? (Dazu kommen wir noch) Oder „vernünftiges Wetter“? Der Begriff schiebt die Logik vor und damit den Vergleich und die Bewertung. Das musste mal gesagt werden. Und später sage ich bestimmt mehr dazu.

Objektivität

Die Objektivität hat zum Objektiv geführt. Oder umgekehrt. Eine feine Illusion, wenn wir meinen, dass ein Objektiv objektiv sei (sein Besitzer eingeschlossen).

Es gibt Teleobjektive, es gibt Makroobjektive und es gibt das Mintar-Objektiv eines (angeblich verrückten) russischen Professors, der selbiges für eine Analog-Kamera einfachster Güte gebaut hat: Eine Lomo LC-A. Durch diese „Linse“ erhalten die Bilder diese typische Vignettierung (unscharf und dunkler an den Rändern), die damals selbstverständlich war und heute mit elektrischen Filtern im Telefon nachrechnet wird. Ich sags ja bloß..

Überleitung

Da wir weder mit Logik noch mit Objetivität weiter kommen – jedenfalls nicht an dieser Stelle – hilft zur Kenntnis nehmen und ein wenig wundern. Und zwar darüber:

Der Wert meiner Dinge – oder deiner…

Wenn ich meinen alten Opel verkaufen möchte (Wert nach Eurotax Schwacke ungefähr 3 Kisten Bitburger Premium Pilsener – mit Pfand), wird mein interessierter Nachbar niemals diesen (halbobjektiven) Preis mitgehen. Wie ich ihn kenne, wird er maximal eine Kiste bieten. Oder eine Sechserträger – und ich könnte froh sein, dass ich nix für die Entsorgung zahlen muss.

Ich hingegen kann den treuen Begleiter, der immer zuverlässig war, uns überall hingebracht und gerade neue Reifen bekommen hat niemals – und wenn, dann nur über meine Leiche – für unter 750 Euro abgeben. Freundschaftspreis!

Jetzt: Der Effekt!

Diese Situation kommt einem direkt bekannt vor (unabhängig von der Auto- oder Getränkemarke): Wir schätzen das, was wir besitzen wertmäßig höher als das Selbe bzw. Gleiche, das wer anders besitzt. Das nennt man den Endowment-Effekt, der in einigen (psychologischen) Studien entdeckt und bestätigt wurde.

Loslassen?

Wenn ich etwas abgeben will oder muss, ist für mich die Hürde größer / höher, als wenn ich etwas erlangen will oder muss. Wer dabei an Lernen und Gewohnheiten denkt, denkt zwar nicht ganz im Sinne der Entdecker dieses Phänomens, ist aber bestimmt auf einem guten Weg. Wie gut, das kann jeder für sich selbst herausfinden – wenn er sich mal intensiv beobachtet.

Haben wollen!

Interessant ist übrigens, dass der erhöhte Wert sich schon zeigt, bevor wir den Gegenstand überhaupt haben. Man denke an Auktionen: Ich biete immer mehr, weil ich glaube, der Schinken ist schon meiner.

Manchmal der Anfang des wirtschaftlichen Ruins. Häufiger der Start eines Konflikts. In ähnlichen Situationen…