So tun Sie doch etwas!

Sie kennen das…

In jedem dritt- bis fünftklassigen Film (gerne angloamerikanischer Provenienz) ist es zu hören. Mehrfach. Immer dann, wenn man glaubt, jemanden identifiziert zu haben, der a) aufgrund seiner Autorität, Expertise oder Stellenbeschreibung dazu verpflichtet ist oder sein könnte oder b) zur (un-)passenden Zeit am (un-)passende Ort ist.

Aber nicht nur in Filmen (egal woher sie nun stammen mögen), im Job oder im Privatleben ist es ähnlich – erschreckend ähnlich!

Wer aktiv ist, der bewegt etwas, kann etwas vorweisen, verändert.

Vordergründig mag das so sein

Auf den zweiten Blick und bei genauerem Hinsehen finden wir mindestens drei Haken an der Sache.

1. Die Aufforderung zur Aktion

Oder schlimmer: Zum Aktionismus. Wenn Sie nicht selber darauf kommen, dass „etwas“ zu „tun“ ist und Sie eben nicht der oder die Richtige für die Lösung oder Linderung eines Problems sind, empfinden Sie Druck. Wenn dieser Druck zu ungeeigneten Aktionen führt – weil Sie glauben, dass Sie müssen, auch, wenn Sie (aus welchen Gründen auch immer) nicht über Kraft, Wissen, Mut und Expertise verfügen – dann ist niemandem geholfen.

Das ist ungefähr so, wie wenn Sie sich zur Durchführung einer Blinddarm-Operation verleiten lassen, nur weil Sie als Kind selber eine hatten und Ihr verblichener Onkel ein bekannter Mediziner war. Toll!

2. Das Tun

Nicht immer ergibt sich eine Lösung durch vorheriges oder begleitendes Tun. Sehr häufig ist es nämlich so, dass das Tun weniger oder überhaupt nichts bringt. Viele Aktionen sind hochgradig wirkungslos – oder schädlich (siehe Punkt 3).

Gras wächst bekanntermassen auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Ein guter Wein muss seine Zeit reifen und Beton bleibt flüssig, wenn er ständig gerührt wird.

3. Etwas – aber was?

Inaktivität oder aktives Abwarten werden selten begrüßt. Also tun Sie etwas. Man will etwas sehen. Am besten etwas, das schnelle Erfolge bringt: Ihr Laptop spinnt von Zeit zu Zeit, lässt sich allerdings durch einen gezielten Schlag mit dem Handballen wieder zum Leben erwecken. Das kann gut gehen. Aber nicht unbedingt sehr lange (weil die Festplatte nur auf 12 solcher Schläge ausgelegt ist)… die Folgen dürften einleuchten.

Und was hat das bitteschön mit mir und meinem Laden zu tun?

Ganz einfach (oder eben nicht – je nach dem):

Aktionismus bringt selten etwas!

Auch wenn alle und alles um Sie herum nach Aktion schreit: Sie entscheiden, was Sie tun. Manchmal sind schnelle Massnahmen gut und richtig, manchmal nicht. Die Veränderung muss von Ihnen ausgehen; der Impuls zur Veränderung kann dagegen auch von aussen kommen.

Es braucht Zeit!

Viele Impulse, Aktionen, Massnahmen brauchen Zeit um (große und sichtbare) Wirkungen und Ergebnisse zu zeigen. Gerade, wenn es um die Änderung von Gewohnheiten geht. Nehmen Sie sich die Zeit und gehen in Ihrem Tempo voran – kleine Schritte und Pausen sind nicht nur ok, sie sind wichtig.

Haben Sie die Nebenwirkungen im Blick!

Und erkennen Sie die Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Jede Handlung hat eine oder mehrere direkte und unmittelbare Wirkungen. Und eine Vielzahl von Folge- und Nebenwirkungen, die sich nicht immer sofort zeigen. Heben Sie den Blick und haben Sie ein Auge auf die mittel- und langfristigen Konsequenzen und Ergebnisse Ihrer Veränderung.

 

(Beitragsbild © Bertold Raschkowski)

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