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Januarimpulse…

  • 4 Minuten Lesezeit

Was man sich halt so wünscht zum und für das „neue“ Jahr. So, als ob tatsächlich alles neu würde. Wie die neue Zeile – oder besser das neue Kapitel – in einem Buch, das uns bisher einigermaßen gefallen hat, aber wir recht froh sind, wenn mal was Neues, Besseres passiert.

Die gängige Ernüchterung ist bei vielen von uns, dass die Sache mit dem Neustart, den großen Plänen und tollen Ideen über den Status des lauten und bunten Ankündigungsmarketings nicht hinaus kommt. Ich kenne das sehr gut… Stichwort gesündere Ernährung und so.

Nun soll es in diesen Zeilen nicht darum gehen, ob und wie und warum Vorsätze, Ziele, Pläne sinnvoll sind oder nicht. Auch nicht darum, wie man denn nun alles schafft… so mit Manifestationen oder Hacks oder so.

Ich teile mit Euch einige Gedanken teilen, die nicht zwangsläufig mit den üblichen Jahreswechselprozeduren zu tun haben. Sie sind vielmehr kleine Impulse und Anregungen, wie wir und das Leben a bissi leichter und geschmeidiger gestalten können. Ansätze, die beinahe schon trivial sind, jedoch sehr wirksam, wie ich finde.

Also, was tun? Nicht viel im ersten Schritt. Lesen und wirken lassen reicht an dieser Stelle.

Weglasssen

Der Standard ist höher-schneller-weiter-mehr. Eine mögliche, jedoch nicht die einzige und schon gar nicht die beste Auslegung von Wachstum. Effizienz, Produktivität und Leistung messen sich sehr häufig, zu häufig, daran, wie schnell ich mehr vom Selben erledigen kann. Ohne die Klärung von Sinn oder Nutzen.

Die Fragen, die ich an dieser Stelle (und im Beratungskontext) stelle: Bringt mich dieses „Mehr“ weiter in Richtung meines Ziels? Welchen Nutzen hat das? Brauche ich das wirklich? Fragen, die in Richtung Features, Prozesse, Termine, Tools , Hobbies, Gadgets und Co. gehen.

Die Masterfrage: Macht mich das glücklich, erfolgreich, besser? Was kann ich weglassen? Was darf auf die Not-to-do-liste?

Dafür

In meiner Filterblase sind viele kluge Köpfe mit tollen Ideen und Ansätzen. Viele von ihnen und viele andere sagen jedoch sehr deutlich und laut, wogegen sie sind – und nicht wofür.

Das Dagegensein ist im Grunde eine gute Absicht. Jedoch erzeugt der Fokus auf etwas, dass ich ablehne eine ungünstige Energie: Dinge, die wir ablehnen und bekämpfen, werden durch die Aufmerksamkeit und Energie, die wir ihnen geben größer. Für die Dinge, die stattdessen in die Welt und ins Leben kommen sollen, fehlt dann die Energie. Vielleicht liegt es auch daran, dass viele zwar wissen, was sie ablehnen, aber nicht, was sie wollen. Hier könnte man ansetzen…

Fragen und zuhören

In einer sehr lauten Welt scheint Kommunikation aus lediglich der Senderperspektive zu bestehen. Mehr, bunter, lauter, versteh mich endlich, machs wie ich – das sind die Botschaften. Ganz schön egozenrisch, oder? Beziehungen und Vertrauen und eine Basis für eine Art Miteinander und Kooperation baut man so nicht auf – weder im Privaten noch im Führungskontext (und woanders auch nicht).

Wie gut ist es, die Perspektive des anderen anzusehen bzw. die Welt aus seiner oder ihrer Position zu betrachten? Wenn ich Recht mit meiner Meinung haben will und auf und in meiner Position beharre, ist das auf der einen Seite sehr komfortabel. Und einseitig. Mir geht eine Erweiterung des eigenen Horizontes flöten – das ist die andere Seite. Entscheiden muss ich. Was allerdings nicht passieren muss, dass ich die Position des anderen und seine Meinung übernehme. Verstehen heisst in diesem Fall nicht grundsätzlich gut heißen.

Gemeinsamkeiten

Klar, Einzigartigkeit ist fein, Zugehörigkeit ein Grundbedürfnis und wir sind die Guten. Immer. Sartre wird zitiert mit „l’enfer, c’est l’autre“ – die Hölle, das sind die anderen. Zu häufig schauen wir auf das, was uns trennt, differenziert, statt auf die eine oder andere Gemeinsamkeit, was wiederum ein Ansatz für Verständigung und mehr Kooperation ist.

Anzunehmen und akzeptieren, dass wir in einigen Dingen etwas Verbindendes haben, kann der erste Schritt zur Lösung Meinungsverschiedenheiten und Konflikten sein.

In diesem Sinne: Einen guten Start in ein gelingendes 2026!