Trends, Hypes und Mythen im Digital Commerce – Teil 3: Mobile – und was jetzt?

Der Mythos der Relevanz von Mobile Commerce und Co.

Mobile ist eines der großen Themen – nicht nur deshalb, weil ungefähr die Hälfte der Bevölkerung über ein mobiles Endgerät verfügt, das deutlich mehr kann als Anrufe tätigen. Bei den Lesern dieser Zeilen schätze ich einhundert Prozent Smartphone-Anteil plus einer sehr hohen Tablet-Dichte.

Mobile ist auch ein Thema, weil es unendlich viele Möglichkeiten der Anwendung gibt – viele davon mit hohem Erlöspotential. Dadurch und durch die enorm schnelle technische Entwicklung in Verbindung mit der zunehmenden Verbreitung der Geräte ist es nicht verwunderlich, wenn an alles, was mit Mobile zu tun hat, große Erwartungen geknüpft werden.

Wir sollten bei der Betrachtung des Phänomens Mobile im Digital Commerce-Umfeld zwei Dinge in unser Blickfeld ziehen: Die Frage nach „Wann ist etwas Mobile?“ und noch wichtiger: „Wie relevant ist Mobile eigentlich wirklich?“ Wann ist Commerce (und so vieles andere) denn eigentlich Mobile? Das ist eine sehr gute Frage, die viele Ansätze für Definitionen bietet, die wiederum eine willkommene Grundlage für Statistiken aller Art ist. Denn abhängig davon kann der Analyst und Statistiker zu sehr unterschiedlichen Schlüssen kommen.

Ich will an dieser Stelle keine Definition aufstellen – nur einige Fragen zur Verwirrung stellen:

• Ist der Kauf über Notebook, der per Mobilfunkverbindung auf dem Rasen eines Freibades getätigt wurde, Mobile Commerce?

• Ist der selbe Kauf mit einem Tablet am heimischen Schreibtisch (per WLAN-Verbindung) wirklich Mobile Commerce?

• Ist die Bezahlung einer Rechnung aus einem Onlinegeschäft, die ich im Café per Banking-Applikation veranlasse noch Mobile Banking oder schon Mobile Payment?

• Was entscheidet über Mobile oder Nicht-Mobile? Ist es das Endgerät, das verwendete Betriebssystem, der Einsatzort oder die Art des Netzzugangs, was über die Einordnung in diese Kategorie entscheidet?

 

Wenn das einmal geklärt ist, stellt sich unmittelbar die Frage nach der Relevanz.

Unstrittig ist, dass der Anteil der Smartphone-Besitzer in der Altersgruppe ab 13 Jahren stetig steigt – im Dezember 2012 verfügten 31 Millionen von ihnen laut Comscore über ein Smartphone. Ein respektabler Anteil von ihnen verfügt zusätzlich über ein Tablet, nämlich mehr als zwölf Prozent. Was aber machen all diese Menschen mit ihren Geräten? Sie texten, chatten, spielen und hören Musik. Und das zum größten Teil. Nicht nur sind Spiele die am meisten heruntergeladenen und installierten Applikationen auf iPhone, Tablet und Co. Sie sind auch die am häufigsten verwendeten – nach Facebook.

Wann ist etwas Mobile?

Abhängig davon, welche Quelle man als Basis heranzieht, ergibt sich zwar kein wirklich klares Bild, aber eine sehr deutliche Tendenz: Der mobile Mensch kommuniziert und spielt. Und hin und wieder kauft er. Dann sehr gerne digitale Inhalte und am liebsten bei eBay und Amazon.

Das verdeutlicht auch gleich die große Herausforderung für den Unternehmer im Digitalen Commerce: Wie bringe ich den „User“ – also meinen Kunden – dazu, meine Seite auf seinem mobilen Endgerät zu besuchen und einzukaufen? Wie schaffe ich es, dass er/sie ausgerechnet meine Applikation herunterlädt, installiert UND nutzt – aus Hunderttausenden andere Applikationen?

 

Die Empfehlung

Nachdem ich den Versuch unternommen habe, hinter die Fassaden einiger ausgewählter Hypes und Mythen zu blicken, und Sie dorthin mitgenommen habe, kann es sein, dass Ihr Ratlosigkeitskoeffizient um einige Zähler gestiegen ist. Was jetzt? Was ist die Botschaft?

Nun, die zentrale Botschaft in drei bis fünf Sätzen ist:

• Schauen Sie hinter die Kulissen. Schauen Sie sich an, wer die Studien verfasst hat und wer in welcher Form über technische und technologische Entwicklungen in welcher Weise berichtet. Das gibt einen ersten Aufschluss darüber, wie viel Gehalt diese Infos haben.

• Prüfen Sie die Trends, Hypes und Mythen dahingehend, ob etwas für Sie dabei ist, das Sie als Inspiration oder Lösung für Ihr Geschäft nutzbringend einsetzen können. Fachlicher Rat ist dabei nicht schädlich – wenn er unabhängig ist.

• Warten Sie nicht und hören Sie am besten auf niemanden – Innovation und Erfolg haben meistens Versuch und Irrtum als Vorgänger und Mut als Treibstoff. Warten und Staunen, was die anderen so machen, ist hingegen kein guter Ratgeber.

 

Hier geht es zu Teil 2 der Serie

Und hier zu Teil 1 

 

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